60 Euro fürs Spaghetti-Schleppen? Costa Cruises sagt: Essen nur im Restaurant, nicht im Kabinen-Bett
Die Kreuzfahrtwelt erlebt derzeit eine hitzige Debatte: Costa Cruises hat auf ausgewählten Reisen eine neue Regel eingeführt, die das Mitnehmen von Speisen vom Buffet in die Kabine verbietet. Wer sich nicht daran hält, dem droht eine Reinigungsgebühr von 60 Euro. Diese Massnahme sorgt für Aufregung unter den Passagierinnen und Passagieren – und das nicht nur wegen der zusätzlichen Kosten, sondern auch wegen der Frage: Darf man denn nun wirklich nicht mehr gemütlich mit vollem Teller auf dem Balkon oder im Bett essen?
Warum diese Regelung bei Costa?
Costa Cruises erklärt, dass es bei dieser neuen Vorschrift vor allem um Hygiene und Sauberkeit an Bord geht. Die Mitarbeitenden des Zimmerservices sind speziell geschult, um Speisen sicher und hygienisch in die Kabinen zu bringen. Das Mitnehmen von Buffet-Speisen durch die Gäste selbst könne dagegen zu Essensresten in den Gängen und auf den Fluren führen, was nicht nur unansehnlich, sondern auch eine zusätzliche Belastung für die Crew sei. Kurz gesagt: Teller und Essensreste im Gang sind so beliebt wie Seegang bei Flaute – also gar nicht.
Ein passender Vergleich aus dem Bordalltag: Man stelle sich vor, jemand balanciert einen Turm aus Spaghetti Carbonara, eine Portion Tiramisu und ein Glas Rotwein auf dem Weg zur Kabine. Ein kleiner Stolperer, und schon verwandelt sich der Flur in eine italienische Küche – nur ohne Pizza-Duft, dafür mit Putzlappen-Action. So etwas möchte niemand erleben, weder die Crew noch die Gäste.
Die Reederei möchte mit der Gebühr von 60 Euro sicherstellen, dass alle Gäste ein qualitativ hochwertiges und sicheres Erlebnis an Bord haben. Die Botschaft ist klar: Essen gehört in die Restaurants oder wird vom Zimmerservice gebracht – nicht in die Kabine getragen.
Die Meinungen der Gäste: Von Verständnis bis Aufstand
Wie bei jeder neuen Regel gibt es Befürworterinnen und Befürworter – und solche, die sich eher wie Piraten fühlen, denen man das Schatzkistchen geklaut hat. Einige Gäste verstehen die Massnahme und finden, dass Essensreste in den Gängen wirklich störend sind. Eine Nutzerin auf Instagram bringt es auf den Punkt: „Das sieht aus wie Müll, wenn man die Teller überall vor den Türen stehen sieht. Das ist zusätzliche Arbeit für die Crew.“ Verständlich, denn wer möchte schon auf dem Weg zur Kabine über halbvolle Teller stolpern?
Andere wiederum sehen das Ganze als überzogene Schikane. Ein Passagier kommentiert: „Keine Chance, dass ich 60 Euro Strafe zahle. Ich bringe meiner Frau jeden Morgen Frühstück ans Bett, indem ich Essen mitnehme. Wen interessiert’s, wo man das im Preis inbegriffene Essen isst?“ Ein Argument, das wohl viele nachvollziehen können – schliesslich ist Urlaub auch ein bisschen Freiheit und Komfort.
Ein weiterer Punkt, der oft genannt wird: In den Restaurants und am Buffet ist es zu Stoßzeiten manchmal schwierig, einen freien Platz zu finden. Da erscheint es logisch, dass man sich sein Essen lieber mitnimmt und in Ruhe in der Kabine oder auf dem Balkon geniesst.
Anekdote aus der Kabine: Ein Gast berichtete, wie er einmal versuchte, eine ganze Portion Spaghetti mit der einen Hand und ein Glas Wein in der anderen zum Balkon zu balancieren. Das Ergebnis? Ein kleiner Weinfleck auf dem Teppich und ein herzhaftes Gelächter der Mitreisenden, die das „Weinbad“ live miterlebten. Solche Szenen möchte die Reederei künftig vermeiden.
Ein Nutzer scherzte, dass er sich nun wohl einen Zimmerservice-Roboter wünscht, der ihm das Essen bringt – am besten mit eingebautem Balanceakt, damit das Buffet nicht auf dem Teppich landet. Ein anderer meinte, dass er sich schon auf die kreativen Tricks freut, mit denen Passagiere die neue Regel umgehen werden – vielleicht versteckte Taschen oder Mini-Kühlschränke im Handgepäck?
Costa übt den Spaga zwischen Gästekomfort und betrieblichen Anforderungen
Die neue Regel von Costa Cruises zeigt, wie schwierig es ist, den Spagat zwischen Gästekomfort und betrieblichen Anforderungen zu meistern. Während die Reederei auf Hygiene und Sauberkeit pocht, möchten viele Gäste ihre Freiheit geniessen und das Essen dort einnehmen, wo sie sich am wohlsten fühlen – sei es auf dem Balkon mit Meerblick oder gemütlich im Bett.
Ob die 60 Euro Strafe das gewünschte Verhalten fördern oder eher für kreative Umgehungen sorgen, bleibt abzuwarten. Eines ist sicher: Die Diskussion um das Buffet-Essen in der Kabine wird noch eine Weile für Gesprächsstoff sorgen – vielleicht bei einem kleinen Snack, den man sich ganz legal vom Zimmerservice bringen lässt.














