Laute Telefongespräche, Liegestühle und ausgezogene Schuhe: Was Schweizer Reisende nervt
Ein Telefongespräch oder Videoanruf läuft laut über den Lautsprecher. Am Pool ist jeder Liegestuhl mit einem Handtuch reserviert. Und im Flugzeug zieht jemand die Schuhe aus. Solche Gewohnheiten sorgen bei Schweizer Reisenden für Ärger. Gleichzeitig räumen viele ein, dass sie selbst Dinge tun, die andere stören könnten.
Die grössten Ärgernisse während der Reise
Am häufigsten stören sich Schweizer Reisende an Telefon- oder Videoanrufen über den Lautsprecher. 58 % der Befragten nannten dieses Verhalten. Fast ebenso viele, nämlich 55 %, ärgern sich über Musik oder Videos ohne Kopfhörer. Unbeaufsichtigte Kinder folgen mit 54 %.
Die fünf am häufigsten genannten Ärgernisse während der Reise sind:
- Telefon- oder Videoanrufe über den Lautsprecher: 58 %
- Musik oder Videos ohne Kopfhörer: 55 %
- Unbeaufsichtigte Kinder: 54 %
- Laute Streitereien: 50 %
- Stark riechende Lebensmittel, die mitgebracht und gegessen werden: 47 %
Laute Unterhaltungen stören 46 % der Befragten. 45 % ärgern sich, wenn andere mit Taschen oder persönlichen Gegenständen zusätzliche Sitzplätze belegen. Auch Streit um Armlehnen und zu weit zurückgelehnte Sitze gehören zu den typischen Konflikten unterwegs.
Was in den Ferien für Ärger sorgt
Am Ferienort stehen andere Verhaltensweisen im Vordergrund. Besonders störend finden Schweizer Reisende zurückgelassenen Müll am Strand. Das nannten 65 % der Befragten.
Die fünf häufigsten Ärgernisse in den Ferien sind:
- Müll, der am Strand zurückbleibt: 65 %
- Unbeaufsichtigte Kinder: 46 %
- Liegestühle, die stundenlang mit Handtüchern reserviert werden: 45 %
- Laut abgespielte Musik in öffentlichen Bereichen: 41 %
- Laute Gespräche an ruhigen Orten: 39 %
36 % ärgern sich, wenn eine Führung verspätet beginnt oder ein Bus verspätet abfährt. 32 % stören sich an Essensresten auf Tellern bei einem Buffet mit unbegrenztem Angebot.
Auch Schweizer Reisende haben Gewohnheiten, die andere stören könnten
Die Befragten sehen nicht nur das Verhalten anderer kritisch. Viele räumen auch eigene Gewohnheiten ein, die bei Mitreisenden für Unmut sorgen könnten. Bei den Angaben zum Ausziehen der Schuhe gibt es in den Umfragedaten eine leichte Abweichung: An einer Stelle ist von zwei von fünf Schweizern die Rede, an anderer Stelle werden 39 % genannt.
Auch bei Gesprächen mit fremden Mitreisenden weichen die Angaben voneinander ab. Zunächst werden 58 % genannt, im späteren Abschnitt zu den Selbstauskünften sind es 53 %. Die Werte werden deshalb getrennt wiedergegeben.
Weitere Selbstauskünfte zum Verhalten während der Reise:
- 53 % unterhalten sich mit Mitreisenden, die sie nicht kennen.
- 39 % ziehen ihre Schuhe aus.
- 31 % klatschen bei der Landung.
Für den Urlaub gaben 32 % an, ins Wasser zu pinkeln. 29 % scrollen auf dem Handy, statt die Aussicht zu geniessen. 24 % sprechen nur ihre eigene Sprache.
Da es sich um Selbstauskünfte handelt, könnten manche weniger schmeichelhaften Gewohnheiten unerwähnt geblieben sein.
Schweizer Reisende sprechen störendes Verhalten eher an
In der Umfrage gehörte die Schweiz zu den Ländern, deren Befragte vergleichsweise offen über eigene Gewohnheiten sprachen. Gleichzeitig ärgerten sie sich stark über das Verhalten anderer und waren eher bereit, störende Situationen anzusprechen.
Das deutet auf hohe Erwartungen an Rücksichtnahme in gemeinsam genutzten Bereichen hin. Zugleich zeigen die eigenen Geständnisse, dass auch Schweizer Reisende nicht immer so handeln, wie sie es von anderen erwarten.
Unterschiede zwischen den Ländern
Besonders häufig gaben Befragte aus Schweden an, auf Reisen ihre Schuhe auszuziehen. Der Anteil lag dort bei 62 %. 52 % der schwedischen Befragten sagten zudem, schon einmal ins Meer oder in einen See uriniert zu haben.
Japanische Reisende waren weniger bereit, fremde Personen auf störendes Verhalten hinzuweisen. 52 % gaben an, sie würden niemanden jemals bitten, ein nerviges Verhalten zu unterlassen.
Zurückgelassener Müll am Strand wurde in allen befragten Ländern als Ärgernis genannt. Besonders häufig war diese Antwort in Polen mit 76 % und in Brasilien mit 64 %.
Weltweit nannten 52 % der Befragten unbeaufsichtigte Kinder als grösstes Ärgernis während der Reise. Im Urlaub stand Müll am Strand mit 56 % an erster Stelle.
Was hinter der Umfrage steckt
Die Umfrage wurde in 17 Ländern durchgeführt und von der Reise-eSIM-App Saily (https://saily.com/de/) in Auftrag gegeben. Eine eSIM ist eine digitale SIM-Karte, die sich auf einem kompatiblen Gerät einrichten lässt. Befragt wurden mehr als 16.000 Menschen.
Vykintas Maknickas, Geschäftsführer von Saily, sagte: „Wir haben mehr als 16.000 Menschen befragt, um herauszufinden, welche Reisenden unsere Geduld am meisten auf die Probe stellen. Die meisten Leute glauben nicht, dass sie selbst das Problem sind, aber viele von uns geben zu, Gewohnheiten zu haben, die leicht dazu führen könnten, dass jemand anderes von einem schrecklichen Flug erzählt.“
Rücksichtnahme zahlt sich aus
Maknickas betont, dass es Möglichkeiten gibt, das Reiseerlebnis angenehmer zu gestalten. „Niemand will eine Reise damit beginnen, zur Reise-Horrorgeschichte eines anderen zu werden.“ Aufmerksamkeit, ein bisschen Vorbereitung und ein paar technische Must-haves im Gepäck können da helfen.“
Er gibt ein paar einfache Tipps, wie man ganz einfach zu einem rücksichtsvolleren Reisenden werden kann:
- Cleveres Packen – Kopfhörer, Taschentücher und Snacks, die nicht zu intensiv riechen passen immer mit ins Handgepäck.
- Umgebung respektieren – Taschen schnell verstauen und Gänge freihalten macht Platz für andere.
- Verbindungen im Voraus planen – vor der Abreise die eSIM einrichten oder Karten herunterladen, um eine reibungslose Navigation zu gewährleisten.
- Auf Lautstärke und den richtigen Zeitpunkt achten – leise sprechen, die Freisprecheinrichtung vermeiden und den Applaus für das Ziel aufheben.
Was für eine Person bequem oder harmlos wirkt, kann für andere störend sein. Rücksicht auf die Umgebung trägt dazu bei, dass die gemeinsame Reise für alle angenehmer verläuft.







