Gesund bleiben auf Kreuzfahrten – so vermeidest du Krankheiten an Bord
Kreuzfahrten erfreuen sich grosser Beliebtheit, auch in der Schweiz. Im Jahr 2025 buchten 106’000 Schweizerinnen und Schweizer eine Hochseekreuzfahrt. Doch gerade weil viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen, gelten Kreuzfahrtschiffe als Orte, an denen sich Magen-Darm-Infekte und Atemwegserkrankungen leichter ausbreiten können. Damit die Reise vor allem schöne Erinnerungen hinterlässt, ist es wichtig, einige einfache Hygieneregeln und Vorsichtsmassnahmen zu beachten.
Vorbereitung: Gesundheitsschutz beginnt schon vor der Reise
Die beste Vorbeugung gegen Krankheiten an Bord beginnt nicht erst beim Einsteigen, sondern bereits Wochen vorher. Dazu gehört, den Impfstatus zu prüfen und nötige Impfungen rechtzeitig zu erhalten. Auch eine gut ausgestattete Reiseapotheke ist wichtig. Sie sollte Schmerzmittel, Mittel gegen Reisekrankheit und Desinfektionstücher enthalten. Wer regelmässig Medikamente einnimmt, sollte ausreichend Vorrat mitnehmen, da Nachkäufe an Bord oder in Häfen nicht immer möglich sind. Bei chronischen Erkrankungen empfiehlt sich zudem, medizinische Unterlagen, Notfallkontakte und eine passende Versicherung griffbereit zu haben. Diese Vorbereitung dient nicht nur der eigenen Sicherheit, sondern schützt auch andere Passagierinnen und Passagiere.
Händewaschen: Der wichtigste Schutz an Bord
Das gründliche Händewaschen mit Wasser und Seife ist der effektivste Schutz vor Magen-Darm-Erkrankungen, insbesondere vor dem Norovirus, der auf Kreuzfahrtschiffen häufig Ausbrüche verursacht. Die US-Gesundheitsbehörde CDC betont, dass Handdesinfektionsmittel allein nicht ausreichen. Hände sollten vor dem Essen, nach dem Toilettengang und nach Berührung gemeinsamer Flächen regelmässig gewaschen werden. Diese einfache Massnahme reduziert die Übertragung von Krankheitserregern deutlich.
Kreuzfahrtschiffe sind auf Gemeinschaft ausgelegt, was die Verbreitung von Keimen begünstigt. Besonders häufig berührte Oberflächen wie Buffetbesteck, Treppengeländer, Aufzugsknöpfe, Touchscreens, Fitnessgeräte und Casinobereiche sind potenzielle Infektionsquellen. Es empfiehlt sich, vor dem Essen und nach Kontakt mit solchen Flächen die Hände zu reinigen. Dabei geht es nicht um übertriebene Vorsicht, sondern um eine bewusste Hygiene, die das Risiko minimiert.
Nicht krank anreisen und Symptome ernst nehmen
Wer mit Krankheitssymptomen an Bord geht, erhöht das Risiko für sich und andere. Es ist ratsam, vor der Reise bei Beschwerden wie Durchfall, Erbrechen oder Fieber zu prüfen, ob der Reiseantritt verschoben werden sollte. Auch während der Kreuzfahrt sollten Symptome nicht ignoriert werden. Das Bordhospital ist die richtige Anlaufstelle, um medizinischen Rat einzuholen. Wer trotz Krankheit weiterhin Restaurants, Pools oder Veranstaltungen besucht, fördert die Ausbreitung von Infektionen.
Frühzeitiges Reagieren bei Krankheitssymptomen
Nicht jeder Infekt beginnt mit starken Beschwerden. Erste Anzeichen wie Übelkeit oder Magenprobleme sollten ernst genommen werden. Es ist wichtig, ausreichend zu trinken, sich auszuruhen und medizinischen Rat an Bord zu suchen. Bei Symptomen wie Erbrechen oder Durchfall empfiehlt sich eine Isolation, um andere zu schützen. Mittel gegen Übelkeit oder Reisekrankheit sollten griffbereit sein, um Beschwerden zu lindern.
Der abwechslungsreiche Tagesablauf auf Kreuzfahrten kann dazu führen, dass Schlaf und Flüssigkeitszufuhr zu kurz kommen. Ausreichendes Trinken und genügend Erholung sind wichtige Faktoren, um das Immunsystem zu stärken und Krankheiten vorzubeugen. Besonders an warmen Reisezielen sollte auf die Balance zwischen Sonne, Alkohol und Wasseraufnahme geachtet werden. Dehydrierung, Erschöpfung und Stress können die Anfälligkeit für Infekte erhöhen.
Weitere Tipps zur Vermeidung von Infektionen an Bord
Es kann helfen, wann immer möglich die Kabinen-Toiletten zu benutzen, da öffentliche Toiletten häufiger Keime beherbergen. Körperkontakt wie Händeschütteln sollte vermieden und durch freundliche Gesten wie Winken oder Nicken ersetzt werden. Vor dem Betreten von Whirlpools ist auf unangenehme Gerüche zu achten, die auf Bakterien hinweisen können. Menschen mit sichtbaren Krankheitssymptomen sollten gemieden und dem Schiffspersonal gemeldet werden, damit sie medizinisch versorgt werden können.
Was tun, wenn du krank wirst?
Sollten trotz aller Vorsicht Krankheitssymptome auftreten, ist es wichtig, das medizinische Personal an Bord zu informieren. Symptome wie Fieber, Erbrechen, Durchfall, Atembeschwerden oder Husten müssen gemeldet werden. Je nach Situation kann eine Quarantäne notwendig sein, um die Ausbreitung zu verhindern. Bei milden Atemwegsinfekten ohne Quarantänepflicht empfiehlt das Tragen einer Maske zum Schutz anderer. Bei Magen-Darm-Erkrankungen ist Isolation und viel Flüssigkeit wichtig. Die meisten Symptome klingen nach ein bis drei Tagen ab.
Umgang mit Seekrankheit
Seekrankheit ist eine häufige Begleiterscheinung auf Kreuzfahrten. Natürliche Mittel wie Ingwer in Form von Tee oder Bonbons können helfen. Auch das Verweilen auf einem unteren Deck, das Liegen mit ruhigem Kopf und Entspannungstechniken wirken oft lindernd. Anti-Übelkeitsmittel wie Dimenhydrinat können unterstützend eingesetzt werden. Alkohol sollte vermieden werden, da er die Symptome verstärken kann.
Eine gut ausgestattete Reiseapotheke ist unerlässlich. Dazu gehören neben Medikamenten auch Handdesinfektionsmittel, antibakterielle Tücher, Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor und Insektenschutzmittel für Landausflüge. Masken wie N95 oder KN95 können in schlecht belüfteten Innenbereichen zusätzlichen Schutz bieten. Bequeme Schuhe sind wichtig, da auf Kreuzfahrten oft viele Schritte zurückgelegt werden. Eine wiederbefüllbare Wasserflasche unterstützt die ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Ein kleiner, tragbarer Ventilator kann die Luftzirkulation in der Kabine verbessern und so das Risiko von Krankheitserregern verringern.
Gesund auf einer Kreuzfahrt zu bleiben, ist keine Glückssache, sondern das Ergebnis bewusster Vorbereitung und einfacher Hygieneregeln. Regelmässiges Händewaschen, nicht krank anreisen, Symptome ernst nehmen, ausreichend trinken und schlafen sowie bewusster Umgang mit gemeinsam genutzten Flächen sind die wichtigsten Massnahmen. So steht einer entspannten und erlebnisreichen Reise nichts im Weg. Gerade in Zeiten steigender Passagierzahlen gewinnt diese Vorsicht an Bedeutung, um die Freude an der Kreuzfahrt zu bewahren.







